ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH | Ab 13. Juli 2017 überall im Kino!

ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH | Ab 13. Juli 2017 überall im Kino!

Paul und Sali sind ein glückliches Paar. Sie haben einen kleinen Blumenladen in Paris eröffnet und es gelingt ihnen sogar, Salis Familie, die aus dem Senegal stammt, mit hinreichend Traditionswahrung glücklich zu machen. Mehr als alles andere wünschen sie sich ein Kind, seit Jahren läuft der Adoptionsantrag. Eines Tages klingelt das Telefon: der kleine Benjamin könnte neue Eltern gebrauchen. Das Baby ist hinreißend: süß, pflegeleicht und – weiß! Paul und Sali sind auf den ersten Blick zwar etwas geplättet, doch sie verlieben sich sofort in den kleinen Racker. Da der liberale Fortschritt der Welt Patchworkfamilien jeglicher Couleur fest etabliert hat, sind sich Paul und Sali sicher, dass schwarze Eltern mit einem weißen Baby offene Türen einrennen werden. Doch als Sali beim Kinderarzt und auf dem Spielplatz stets nur für die Nanny gehalten wird und die senegalesischen Großeltern erst in eine Farbkrise und dann in eine Depression verfallen, stellen sie fest, dass die Welt doch nicht so bunt ist, wie sie dachten. Da hilft auch die misstrauische Dame vom Familienamt nicht weiter, die ihnen in den ungünstigsten Situationen auflauert, in der Hoffnung, den ultimativen Erziehungsfehler zu finden. Als eine babysittende Freundin ohne Aufenthaltserlaubnis von der Polizei mit dem Baby aufgegriffen wird, ist das Chaos perfekt.

ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH ist turbulentes und mit großem Herz erzähltes Komödienkino in bester französischer Tradition. Regisseur Lucien Jean-Baptiste und sein wunderbares Darstellerensemble lassen ein vielfarbiges Spektrum aus Gemeinheiten und Toleranztrainingseinheiten auf die Leinwand strahlen. ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH ist ein gerissener Schlagabtausch zwischen den menschlichen Licht- und Schattenseiten unserer Zeit, der amüsiert, glücklich macht und aus dem großen bunten Familienalbum des französischen Kinos schon jetzt nicht mehr wegzudenken ist.

und Hauptdarsteller

und Hauptdarsteller

Lucien Jean-Baptiste, geboren 1964 auf Martinique, ist Schauspieler, Regisseur, Schriftsteller und Synchronsprecher. Nach seiner Ausbildung zum Werbefachmann gründete er eine Werbeagentur in Paris, in der er einige Jahre tätig war, bis er sich 1999 dazu entschloss, seine Schauspielkarriere an der privaten Schauspielschule Cours Florent zu beginnen. Kurz darauf etablierte er sich erfolgreich als Synchronsprecher. Er lieh seine Stimme unter anderem Chris Rock, Don Cheadle, Martin Lawrence und Will Smith. Sein Spielfilmdebüt gab er in EINE ANDERE WELT, seinen Durchbruch hatte er schließlich 2005 mit seiner Rolle in EMMENEZ-MOI.

Sein mehrfach prämierter Film TRIFF DIE ELISABETHS!, in dem er auch eine Hauptrolle übernahm, war 2010 für einen César in der Kategorie Bestes Erstlingswerk nominiert. In seinem aktuellen Film ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH ist er in der Hauptrolle zu sehen, zudem war er an der Entwicklung des Drehbuchs beteiligt und für die Regie zuständig.

Filmografie (Auswahl)

2017 - ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH

Regie/Schauspieler

2016 - DIEUMERCI!

Regie

2013 - FONZY

Schauspieler

2012 - 30° COULEUR

Regie

2010 - TRAUE NIEMANDEM

Schauspieler

2009 - TRIFF DIE ELISABETHS!

Regie/Schauspieler

2005 - EMMENEZ-MOI

Schauspieler

Interview mit Regisseur Lucien Jean-Baptiste

Schwarze Eltern, die ein blondes Baby mit blauen Augen adoptieren… Im wahren Leben sowie auf der großen Leinwand ist das sehr ungewöhnlich. Wie kamen Sie auf diese Idee?
Ich habe mal in einer Zeitung einen Artikel über ein nigerianisches Paar gelesen, das ein weißes Baby zur Welt gebracht hat. Und genau in diesem Moment kam die Lust, einen Film zu machen! Als ich zu recherchieren beginne, ruft man mich an – ich schwöre Ihnen, es stimmt – um mir ein Drehbuch vorzuschlagen, das „Black Adoption“ heißt und die Geschichte von einem schwarzen Paar erzählt, dem man ein weißes Kind zur Adoption vorschlägt. Das Drehbuch wurde zehn Jahre zuvor von Marie-Françoise Colombani gemeinsam mit dem Autor Sébastien Mounier entwickelt. Ich lese es und lasse sie wissen, dass mich das Thema interessiert. In der Zwischenzeit drehe ich DIEUMERCI!. Währenddessen wechselt  das Projekt den Produzenten. Und die neuen Produzenten kommen wieder auf mich zu. Und so haben Sébastien Mounier und ich begonnen, die Geschichte neu zu schreiben.
Was hat Sie so an dieser Geschichte begeistert? War es wie bei TRIFF DIE ELISABETHS! die Konfrontation zwischen Schwarz und Weiß als Grundlage für eine Komödie?
Ja, klar, aber nicht nur. TRIFF DIE ELISABETHS! ist auf den ersten Blick eine Geschichte über eine arme, schwarze Familie, die den Schnee des Mont Blancs entdeckt; die aber neben ihrer Komik und Poesie das Thema der Integration von Schwarzen in eine Welt der Weißen behandelt, die oft wohlhabender sind. In ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH geht es um eine etwas andere Thematik. Was geben wir an unsere Kinder weiter? Was bleibt von uns und was verliert sich, von unseren Wurzeln, unserer Religion, unseren Traditionen? Nehmen Sie mich als Beispiel. Ich bin von den Antillen nach Paris gekommen, als ich 3 Jahre alt war, gemeinsam mit meiner Mutter und meinen fünf Geschwistern. Was bleibt mir heute von der Kultur meines Geburtsorts? Ich bin 52 Jahre alt und habe Mischlingskinder. Sie sehen mir nicht ähnlich. Und damit meine ich nicht nur die Hautfarbe. Sie sind in Paris geboren. Was soll und was kann ich ihnen über ihre Herkunft vermitteln? Der Film behandelt die Weitergabe einer Kultur, das, was man für immer aufgeben muss, und das, bei dem man kompromisslos bleiben muss. Und natürlich behandele ich auch das Thema der Diversität, des Kontrasts Schwarz-Weiß, der über die reine Komödie hinaus auch Emotion und Poesie schafft. Wenn man schwarze Menschen Dinge tun lässt, die normalerweise von Weißen gemacht werden, dann erzeugt das lustige Situationen! Deshalb liebe ich es, in meinen Filmen Rollen zu tauschen!
Mit Ihren Filmen kommen Sie immer wieder auf die Frage nach dem Platz von schwarzen Menschen in westlichen Gesellschaften zurück...
Als Autor und Regisseur muss ich starke und persönliche Themen aufgreifen können. Das ermöglicht es mir, universelle Themen wie das Recht auf Verschiedenheit und die Pflicht, respektvoll miteinander umzugehen, zu berühren! Ich gehe von dem Prinzip aus, dass man nur gut über das sprechen kann, was man selbst kennt. Um Menschen zum Lachen zu bringen, reicht es übrigens oft aus, die Realität ein bisschen zu verzerren.
Was für ein Regisseur sind Sie?
Ich bin gleichzeitig ansprechbar und wie unter Strom. Es muss prickeln, vorangehen. Aber das ist normal. Ein Regisseur ist der Kapitän eines Schiffs mit einer sehr großen Mannschaft. Er gibt den Kurs an. Er muss also beispielhaft vorangehen. Wenn ich nur Schauspieler bin, dann weiß ich gerne, wohin ich muss und wie ich dort hinkomme. D.h. wenn ich Regisseur bin, versuche ich hinter jedem her zu sein, ich bin nicht der Typ, der sagen wird: Also Jungs, legt mal los. Ich sage eher: Wir legen los! Diese Haltung muss wohl aus meiner Kindheit kommen. Meine Mutter hat sechs Kinder alleine großgezogen, ohne sich jemals zu beklagen oder aufzugeben. Ich bin das Ergebnis dieser Erziehung, die aus einer Mischung aus Durchsetzungskraft und Lächeln bestand. Am Set versuche ich, eine gute Stimmung und Begeisterung zu erzeugen, bei jedem der Beteiligten, ob Schauspieler oder Techniker.
Was steht für Sie am Set im Vordergrund?
Die Stimmung. Die muss gut sein. Da ein Film ein sehr schweres und langes Unterfangen ist (mindestens 2 Jahre), muss die Drehzeit ein fröhlicher Moment sein. Das ist auch für die Schauspieler sehr wichtig. Sie sind die, die Emotionen übermitteln. Wenn sie sich nicht wohlfühlen, kann das Licht noch so gut sein, der Ton und der Rahmen ideal, und der Film wird dennoch nur mittelmäßig. Das ist wie beim Fußball. Man muss das beste Team finden. Nicht unbedingt das mit der besten Leistung und das bekannteste, aber das Team, das zusammenwachsen kann, um deine Geschichte zu erzählen.
Wie haben Sie das unwiderstehliche Baby im Film gefunden?
Damit der Kontrast zu den Adoptiveltern besonders auffallend ist, wollte ich ein blondes Baby mit blauen Augen. Als man mir Marius (Benjamin im Film) vorgestellt hat, schlief er! Aber ich habe sofort gespürt, dass es das Baby ist, was ich suchte. Die Eltern sind Schauspieler und ich habe begriffen, dass sie das Projekt gutheißen und das Kind nicht aus falschen Gründen mitspielen lassen. Der Dreh mit ihm war zauberhaft. Wir brauchten keine Spezialeffekte, keinen Zwilling, nur manchmal ein Double für das Gegenbild. Marius verstand alles. Dieses vier Monate alte Baby war außergewöhnlich.
Wie haben Sie es geschafft, ihn zum Weinen zu bringen?
Man muss wissen, dass Babys nicht mehr als eine Stunde am Tag „arbeiten“ dürfen laut Arbeitsrecht, aufgeteilt in zwei halbe Stunden mit 30 Minuten Pause dazwischen. Da ein Baby in der Regel weint, wenn es Hunger hat, haben wir die Szenen auf die Zeiten vor seinen Mahlzeiten gelegt. Die Szene einmal im Kasten, Schnitt und er hat sein Fläschchen bekommen.
Und um sein entzückendes Lächeln zu bekommen?
Marius lächelt von Natur aus. Aber bei manchen Aufnahmen hat sich seine Mutter, die eine unglaubliche Stimme hat, außerhalb des Blickfelds gestellt und ihm etwas vorgesungen. Hinzu kommt, dass Aïssa Maïga, die seine Adoptivmutter spielt, Kinder liebt. Sie hatte eine besondere Beziehung zu ihm.
Warum haben Sie sich für Aïssa Maïga in der Rolle der Adoptivmutter entschieden?
Wir kennen uns seit langem, aber nicht besonders gut. Wir haben uns getroffen und ab dem zweiten Gespräch, da ich ja gleichzeitig Regie führen und spielen würde, angefangen zu proben. Aïssa war als Spielpartnerin und in der Interpretation der Rolle genauso genial wie sie es auf einer menschlichen Ebene mit dem ganzen Team war. Und außerdem hat sie mich, was die Szenen, die mit Afrika zu tun haben, gerettet. Ich bin katholisch, natürlich mit Wurzeln aus Martinique, aber ein wahrer Pariser seit über vierzig Jahren. Ich habe also keinen Bezug zu meinen afrikanischen Wurzeln und kam mit einigen Dialogen nicht wirklich voran. Aïssa kommt aus dem Senegal, d.h. sie kennt Afrika. Ich habe ihr die Authentizität einiger Szenen zu verdanken.
Was waren die schwierigsten Szenen während des Drehs?
Wir hatten natürlich vor allem vor den Szenen mit dem Baby Angst. Aber Marius war wunderbar, alles lief super. Das Schwierigste war das Zeitmanagement. Wir hatten kein großes Budget, d.h. alles musste schnell gehen, wir konnten die Aufnahmen nicht noch mal neu beginnen. Aber alles in allem ist der Film mit großer Freude entstanden.
Ist Ihnen bewusst, dass Sie mit Ihren Filmen viel für die Toleranz tun?
Ich hoffe es, denn ich möchte jetzt wirklich, dass die Dinge vorangehen. Zuvor habe ich diese Rolle ungern akzeptiert. Ich wollte nur meine Geschichten erzählen. Und dann wurde mir bewusst, dass ich durch diese Geschichten, sehr viele Dinge über Rassismus und Unterschiede weitergeben kann, unter denen auch ich, als ich jung war, gelitten habe. Aber ich mache das instinktiv, fast ohne es zu wollen, denn ich bin kein Intellektueller. Mit Lachen kann man böse Gedanken entschärfen! Manche fragen mich, ob ich noch lange Filme über und mit Schwarzen, die auf Weiße treffen, machen werde. Ich antworte mit ja, denn jeden Tag fragt man mich, woher ich komme, was immer wieder auf meine Hautfarbe zurückführt. Aber fragt man das auch weiße Regisseure, fragt man sie, warum sie meist nur weiße Schauspieler und weiße Charaktere in ihren Filmen zeigen? In TRIFF DIE ELISABETHS! erzählte ich, wie ein Vater versucht, seinen Kindern Träume zu geben. In ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH zeige ich, wie manche Paare dafür kämpfen, dass Waisenkinder eine sie liebende Familie bekommen. Ich tendiere zu universellen Themen.

Interview mit Hauptdarstellerin Aïssa Maïga

Was hat Sie dazu bewogen, das Projekt von Lucien Jean-Baptiste auszuwählen?
Die Überzeugungskraft von Lucien! (Lacht) Wir haben uns beim Dreh eines Fernsehfilms kennengelernt: er spielte einen Dealer und ich eine Prostituierte. Wir standen beide am Anfang unserer Karriere, er war damals nur Schauspieler. Ich habe seinen Werdegang danach aus der Ferne verfolgt, und mir hat TRIFF DIE ELISABETHS! sehr gut gefallen; aber wir hatten seit damals nicht mehr zusammengearbeitet. Als ich ihn wiedertraf, um über den Film zu sprechen, hat mich seine unglaubliche Energie beeindruckt. Er hat sich zu einem wahren Tornado entwickelt, der mit einer solchen Begeisterung über sein Projekt sprach, die ich selten bei einem Regisseur gesehen habe. Man muss natürlich sagen, dass eine Geschichte über ein schwarzes Paar, das ein weißes Baby adoptiert im Kino noch nie entwickelt wurde, es ist also ein aufregendes Projekt! Ich habe das Drehbuch sehr schnell gelesen und es hat mich begeistert, da es sehr witzig und vor allem voller Feingefühl und Intelligenz jegliche Schwerfälligkeiten und allgemein verbreiteten Klischees über das Aufeinanderprallen der Kulturen vermied. Die Originalidee kam zwar nicht von Lucien, aber man spürte sofort, dass er sie sich mit seinem ganzen Wesen und Körper zu eigen gemacht hatte. Man spürte, dass er auf alle Figuren, selbst die begriffsstutzigsten, einen sehr nachsichtigen und zärtlichen Blick hatte. Bereits als ich das Drehbuch las, wurde ich zur Zuschauerin des Films. Ich spürte, dass man lachen und weinen würde, wie bei einer Achterbahnfahrt. Eine andere Stärke des Buches ist es, die Folgethemen zur Sprache zu bringen, die mit der Adoption eines Kindes von Eltern einer anderen Hautfarbe verbunden sind.
Welche Themen zum Beispiel?
Vor allem das der Weitergabe von Kultur und Tradition. Das ist ein Thema, das Lucien keine Ruhe lässt. Als er mit seiner weißen in Frankreich geborenen Frau Kinder bekam, hat seine Mutter, die in den 60er Jahren von den Antillen mit ihren sechs Kindern nach Frankreich kam, gewisse Forderungen gestellt. So hat sie zum Beispiel verlangt, dass ihre Enkel wie sie getauft werden. Lucien stand somit zwischen zwei Erziehungsmodellen, dem seiner Frau und dem seiner Mutter. Da er selbst mit diesem Thema konfrontiert wurde, ganz privat, war es mehr als legitim, es im Kino zu behandeln. Für diesen Film hat er es einfach auf meine Figur übertragen, eine junge Frau, Tochter senegalesischer Migranten, die in Frankreich geboren war. Die Eltern, die noch praktizierende Moslems sind, haben natürlich gewisse Erwartungen an ihre Tochter. Vor allem religiöser Natur. Diese Erwartungen werden enttäuscht, denn in dieser Geschichte heiratet die Tochter keinen Senegalesen (sie spricht nicht mal die Sprache), sondern einen Mann von den Antillen, und als Gipfel der Provokation adoptiert sie auch noch ein weißes Baby! Das kommt für die Eltern einem Tsunami gleich. Der Verlust von Wurzeln und Traditionen ist  ein weitreichendes Thema. Und ich weiß, wovon ich spreche, als Tochter von Afrikanern, die schon lange in Frankreich lebt. Wenn ich manchmal heutzutage meine Kinder anschaue – und das ohne jemals von meiner eigenen Familie den kleinsten Vorwurf oder die geringste Forderung erfahren zu haben – sehe ich, was ich ihnen nicht mitgegeben habe und was bei ihnen auf immer verloren sein wird. Selbst ich habe viel von meiner afrikanischen Herkunft verloren, dadurch, dass ich in Frankreich aufwuchs. Das hat einige derer, die mir nahestehen, bekümmert, darunter meine Großmutter, die mittlerweile nicht mehr lebt. Für sie war es nicht einfach zu sehen, dass ich in einer so anderen Kultur aufwuchs als der ihren. Sie verstehen also, warum mich der Film von Lucien sofort ansprach.
Diese ja schon ernsten Fragen, die für Eltern sehr wichtig sind, beschweren den Film dennoch nicht unnötig.
Die Dialoge sind ausgewogen, sehr fein gestrickt. Es war ein Geschenk, sie zu spielen, denn Lucien, der ja auch Schauspieler ist, spricht die Sprache der Schauspieler. Er kennt alle ihre Ticks. Wenn er spürt, dass es nicht funktioniert, dann nimmt er ihnen die Hemmungen. Wenn ihr Schauspiel Funken sprüht, dann weiß er sie aufzufangen. Und er ist sehr offen und hört zu. Wenn man ihm sinnvolle Vorschläge macht, akzeptiert er sie. In meinem Drehbuch hieß ich zum Beispiel Marianne. Aber sie sollte ja die Tochter senegalesischer Eltern sein. Ich bin selbst Tochter senegalischer und malischer Eltern, so habe ich Lucien gesagt, dass der Vorname etwas zu französisch sei. Ich schlug ihm also vor, die Figur Salimata zu nennen, so wie eine meiner Tanten aus Mali heißt, mit der Abkürzung Sali. Das klingt afrikanischer.
Im Film spielen Sie eine Mutter, die ein Kind adoptiert. Über Ihr Schauspiel hinaus fällt einem auf, dass Sie dieses Baby wirklich ins Herz geschlossen haben.
Ich liebe Babys. Ich habe sie schon geliebt, bevor ich selbst mit 21 Mutter wurde. Als Kind rief man mich, sobald ein Baby in meiner Familie weinte. Es reichte schon, dass ich es in die Arme nahm und es beruhigte sich. Unglaublich aber wahr! Diese Gabe hat in mir einen sehr starken Mutterinstinkt geweckt. Mit Marius war es genauso. Ich muss sagen, er war außergewöhnlich. So als würde er mit seinen vier Monaten alles verstehen, was ihm seine Eltern sagten. So war jeder Drehtag ein Wunder. Marius musste für den Film weinen, und er weinte. Wir wollten, dass er lacht, und er lachte. Wir wollten, dass er sich umdreht, und er drehte den Kopf. Unglaublich! Sie verstehen sicher, dass es nicht so schwer war die liebende Mutter für so ein Baby zu spielen. Er hat mich außerdem sehr schnell wiedererkannt, nach nur zwei oder drei Tagen. Danach ließ er mir gegenüber seinem Charme spielen und ich war ihm verfallen.
Wissen Sie, warum Lucien Jean-Baptiste, der Ihre Vergangenheit nicht kannte, Sie ausgewählt hat?
Nein, nicht genau. Vielleicht wegen meines Alters. (Lacht) Ich weiß auf jeden Fall sehr genau, warum ich die Rolle akzeptiert habe. Wegen des Themas, wie bereits erklärt. Aber auch wegen der Komplexität der Figur. Sali hat viele Facetten, sie ist eine glückliche Ehefrau, die ihren Mann liebt, aber sie ist auch die Tochter ihrer Eltern. Sie zu spielen war eine tolle innere Reise. Die reinen Komödienszenen wie die Jagd im Krankenhaus haben mir genauso gut gefallen wie die dramatischeren Momente, so zum Beispiel als man ihr das Kind wegnimmt. Für die Schauspielerin, die ich bin, ist es genial, die Möglichkeit zu haben, in einer Szene gleichzeitig die kindlichste Freude und die schmerzhafteste Zerrissenheit ausdrücken zu können.
Wie lief Ihre Zusammenarbeit mit Lucien?
Also wirklich – unglaublich gut. Ein Riesenspaß. Es ist Luciens vierter Spielfilm und er kennt die Klaviatur als Regisseur mittlerweile sehr gut. Er sagt, es sei sehr schwer für ihn gleichzeitig Schauspieler und Regisseur zu sein. Aber er beweist eine so große Situationsintelligenz, setzt eine so unglaubliche Energie ein und legt einen so großen Enthusiasmus an den Tag, das einem das gar nicht auffällt. Er ist immer bereit, mit einem Lächeln auf den Lippen, und hört zu, 24/7. Ich habe selten so eine Einsatzbereitschaft bei einem Regisseur gesehen. Man muss auch sagen, dass er ein tolles Team ausgewählt hat, das ihm sehr gut zur Seite steht.
Kann eine solche Rolle Ihre Karriere beeinflussen?
Man weiß nie, wie ein Film aufgenommen wird oder welche Auswirkungen er auf die Schauspieler hat! Ich mache weiter wie zuvor: ich versuche dem gerecht zu werden, was man von mir erwartet, und den Film danach so zu begleiten, wie es mir möglich ist. Ich hoffe, dass die Figur von Sali auch anderen Regisseuren zeigt, dass sie mir andere Arten von Rollen vorschlagen können als die, die ich bisher hatte. Denn ich liebe es, verschiedene Seiten zeigen zu können.
ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH ist eine Komödie, die ohne Zweifel für Vielfalt steht...
Es ist ein positiver Film, der das heutige multiethnische Frankreich widerspiegelt; ein Film, der vom Zusammenleben mit Humor und Gefühl spricht.

Aïssa Maïga

als Salimata Aloka

Aïssa Maïga ist eine französische Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin mit senegalesischen und malischen Wurzeln. Maïga wurde 1975 in Dakar geboren und zog mit vier Jahren mit ihrer Familie nach Paris. Ihr Theaterstudium in Saint-Denis brach sie nach nur ein paar Monaten ab und erhielt kurz darauf ihre erste Rolle im Film SARAKA BÔ. Sie etablierte sich schnell in der französischen Filmlandschaft und arbeitete mit Regiegrößen wie Michael Haneke, Claude Berri und Michel Gondry zusammen. 2006 gab sie mit dem Film IL FAUT QUITTER BAMAKO ihr Regiedebüt. Für ihre Rolle in DAS WELTGERICHT VON BAMAKO wurde sie 2007 für einen César in der Kategorie Beste Nachwuchsdarstellerin nominiert. Neben vielen weiteren Auszeichnungen gewann Aïssa Maïga 2009 auf dem Bastia Film Festival den Preis als Beste Darstellerin für ihre Rolle in BLACK AND WHITE.

Filmographie (Auswahl)

2017 - ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH

2016 - EIN DORF SIEHT SCHWARZ

2013 - DER SCHAUM DER TAGE

2008 - BLACK AND WHITE

2006 - DAS WELTGERICHT VON BAMAKO

2005 - L‘AUBERGE ESPAGNOLE – WIEDERSEHEN IN SANKT PETERSBURG

2005 - CACHÉ

1997 - SARAKA BÔ

Besetzung

Salimata Aloka
Aïssa Maïga
Paul Aloka
Lucien Jean-Baptiste
Madame Mallet
Zabou Breitman
Manu
Vincent Elbaz
Prune
Delphine Théodore
Mamita
Marie-Philomène Nga
Ousmane
Bass Dhem
Benjamin
Marius Benchenafi

Crew

Regie
Lucien Jean-Baptiste
Nach einer Idee von
Marie-Françoise Colombani
Buch
Sébastien Mounier, Marie-Françoise Colombani, Lucien Jean-Baptiste
Produzenten
Maxime Delauney, Romain Rousseau
Koproduzenten
Sylvain Goldberg, Serge de Poucques, Nadia Khamlichi, Gilles Waterkeyn
Bildgestaltung
Colin Wandersman
Schnitt
Sahra Mekki
Musik
Alexis Rault
Regieassistenz
Valérie Aragues
Ton
Laurent Benaïm, Benjamin Rosier, Olivier Dô Hùu
Casting
Anne Pham
Ausstattung
Pierre Pell
Kostüm
Laurence Benoït
Aufnahmeleiter
Éric Vendrine
Leiter Postproduktion
Aurélien Adjedj
Produktionsleiter
Luc Martinage
Produktion
Nolita Cinema
Koproduziert von
Romain Brémond – TF1 Studio
Eine Koproduktion von
Nolita Cinema, TF1
Audiovisuelle Rechte
UGC, France 2 Cinéma
In Zusammenarbeit mit
Cinémage 10
Mit Beteiligung von
Canal + France Télévisions, OCS, C8
In Koproduktion mit
Nexus, Factory, Umedia
In Zusammenarbeit mit
Ufund

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Einsendeschluss: 30.07.2017

Was drückt die Adoptionsbeamtin Madame Mallet dem frischgebackenen Vater Paul in die Hand?

A - Ein Handbuch für schwererziehbare Kinder
B - Einen Blumenstrauß
C - Ein Quietscheentchen

Teilnahmebedingungen:
Teilnahmebedingungen: Der Rechtsweg sowie eine Barzahlung sind ausgeschlossen. Preise sind nicht übertragbar. Mitarbeiter der beteiligten Firmen sowie Personen ohne Wohnsitz in Deutschland oder Österreich sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Teilnahme von automatisierten Gewinnspielservices ist untersagt. Teilnahme ab 18 Jahren.

1. Preis

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2. Preis

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3. Preis

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